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Der Herbst liegt in der Luft. Die Bäume beginnen sich zu verfärben – die Astern blühen – am Morgen hat es bereits Nebel – und bis zur Atelierausstellung sind es nur noch einige Wochen.

Nein, meine Regale überquellen noch nicht. Krankheit, Spitalaufenthalt und Ferien im Ausland haben meine ganze Planung wieder einmal etwas durcheinander gebracht. Aber gewoben habe ich und auch dies Jahr kann ich wieder neue Sachen zeigen, wie weiche saugfähige schöne Küchenschürzen, mit handgewobenem Stoff eingebundene Blankobücher, grosse sehr saugfähige Badetücher welche auch als Kuscheltücher gebraucht werden können und daneben auch altbewährtes wie Schals, Schultertücher, Tischläufer, Handtücher, Abwaschlappen ......... 
Ich habe mir dies Jahr vorgenommen zur Hauptsache mit meinen vorhandenen Garnen zu arbeiten und nur das allernotwendigste zu kaufen – denn mein Lager ist riesengross und die Zeit in der ich noch Weben kann beginnt doch langsam zu schrumpfen.

Da meine Kollegin Kathrin nicht mehr im Atelier mitmacht, werden wir im Südatelier Bilder aus dem Nachlass meines Schwiegervaters zeigen. Er war ein begnadeter Maler und hat vor allem Blumen, die Landschaft der Umgebung sowie der Region Berner Oberland in seinen Bildern festgehalten. Otto Siegenthaler war ein Kunstmaler der alten Schule und immer mit dem Feldstühlchen, seiner Staffelei und der Malkiste unterwegs.

Aber auch mein Kursprogramm wird sich fürs nächste Jahr verändern. Neben den Grund- und Schnupperkursen und der Bindungslehre werde ich vermehrt Tageskurse (nur Theorie oder3 Tageskurse in Verbindung mit Musterweben) zu bestimmten Themen anbieten. Im Moment bin ich am Vorbereiten der Kurse: Networking - Doppelgewebe – Kuvikas. Es gibt noch viel zu tun, doch es fasziniert mich je länger je mehr. Einige „Testläufe“ sind schon vorbei und ich bin daran zu verbessern und zu verändern. 

Draussen ist es dunkel geworden und für mich Zeit, das Atelier für diesmal zu verlassen, ins Auto zu sitzen und nach Hause zu fahren.

Und nun ist das neue Jahr schon einige Monate alt – und mein Tuch für die Ausstellung des Damast-Netzwerkes in Waalre, Holland, hängt bereits dort..
Es war ein langer Weg – aber ein äusserst spannender und lehrreicher. 
Als ich folgende Worte schrieb, wusste ich noch nicht, wie alles werden sollte:

Morgen werde ich eine ganz dunkle Handtuchkette aufbäumen auf meinem Megado, um darauf das Handtuch für die Damastausstellung in Waalre (Holland) nächsten Frühling zu weben. Schon lange begleitet mich dieses Projekt und ich freue mich darauf, es nun in Angriff zu nehmen. Die Anspannung ist sehr gross. Ob es so wird, wie ich es mir vorstelle?

Ich wollte einen für mich ganz neuen Weg gehen, mich von Vorgaben lösen und völlig frei arbeiten. Aus einer Spielerei am PC entstand dann plötzlich ein Gesicht, das mich nicht mehr los liess. Die erste Idee der fallenden Blätter legte ich alsbald für ein anderes Mal beiseite.
Ich begann in einem Atlas – Grund freie Formen zu zeichnen und diese mit verschiedenen Bindungen zu füllen. Dabei galt es, die gegebenen Grenzen durch die an meinem Webstuhl vorhandene Zahl der Schäfte zu akzeptieren und innerhalb dieses Rahmens zu gestalten. Und das war etwas, was mich faszinierte. Ich spürte, dass ich mich nicht eingeengt fühlte, sondern mir immer neue Ideen kamen, die ausprobiert werden wollten. Selbst als mein „gewobener Chor“ längst am Singen war und die schweren Regentropfen vom bewölkten Himmel fielen, gab ich das Ändern nicht auf. Ich wob Tuch um Tuch, probierte Schussfarben aus, änderte dies und dann das......
Schliesslich hatte ich ein Tuch, mit welchen ich sehr zufrieden war. Es hängt nun in Waalre. Ich bin gespannt auf das Echo....
Ich freue mich auf die nächste Kette – obwohl ich noch nicht weiss, welches Thema ich dann bearbeiten werde. Noch ist nichts reif .... aber es wird.
Die Damastausstellung in Waalre (Holland) findet im "Het Waalres Museum"
vom  26. April bis zum 6. Juli statt. Es ist Mi, Sa und So von 13.30 – 17.00 geöffnet. Weitere Informationen sind auf folgenden Websites zu finden:

Het Waalres Museum http://www.hetwaalresmuseum.nl
Internationales Damastnetzwerk home.hccnet.nl/l.diepenbroek

Nun schon zum vierten Mal haben wir eine gute Zeit zusammen verbracht und intensiv gearbeitet. Diesmal weilten wir wieder für eine Woche bei Beate in Aurich. Wir hatten uns einiges vorgenommen, so dass die Tage eigentlich zu kurz waren für alles. So wurde halt das eine oder andere zurückgestellt für unsere nächste Woche!

Zwei Tage verbrachten wir bei Claudia. In ihrer heimeligen Stube erwartete sie uns mit Säcken und Körben voller Spinnmaterial. Zuerst galt es uns einzuspinnen, hatte doch nicht jede von uns ihr eigenes Rad dabei. Dazu machten wir einen kurzen Wiederholungskurs um sicherzustellen, dass wir alle die gleichen Ausdrücke verwendeten und darunter das Gleiche verstanden. Langer und kurzer Auszug, einschliessen von Sauerstoff, Streichgarn, Kammgarn, zwirnen und noch einiges anderes mehr war da Trumpf. Und dann ging es um unser Hauptziel, dem Spinnen von Art Yarn. Dies sind Effektgarne verschiedenster Art, welche ich bisher kaum kannte. Ich spinne nun seit 60 Jahren, und es war toll, wieder etwas Neues kennen zu lernen und es auch selber herstellen zu können. Nun werde ich eigenes Flammen- und Perlengarn spinnen können – aber es braucht noch viel viel Übung bis ich so weit bin, dass ich das Garn in der dünnen Qualität herstellen kann, wie ich es beim Weben brauche.

Nur zu schnell ging die Zeit vorbei – und es gibt ja noch viele Möglichkeiten mehr, tolle Garne selber herzustellen. Das bedeutet für mich noch vieles zu lernen. Mittlerweile gibt es etliche Bücher zu diesem Thema, aber es ist doch einfacher, es sich zeigen zu lassen. Eines ist sicher – ich bleibe dran!.

Und wieder beginnt ein neues Jahr – und ich bin daran zu planen, zu studieren und zu überlegen. Und wie jedes Jahr habe ich mir wiederum meine vielen Web-Zeitschriften vorgenommen. Durchblättern, verweilen, träumen und das eine oder andere Gewebe schon einmal konkret zu planen – dies  ist eine meiner liebsten Januar–Beschäftigungen. Die Bilder, Ideen und Anregungen darin setzen in mir etwas in Bewegung.

  • So etwas ähnliches könnte ich ja auch machen, doch anderes Material – andere Farben , oder ... und dann bin ich mitten im Planen und dann sehe ich schliesslich das fertige Gewebe konkret vor mir – und ich muss es nur noch ausführen.
  • Ja, und wie wäre es nun mit einer anderen Bindung, anderem Material ...

So vertreibe ich mir die langen dunklen Abende und kann es dann kaum erwarten, das eine oder andere zu weben, sobald der entsprechende Webstuhl leer ist. Im Laufe des Jahres entsteht so einiges davon, anderes bleibt auf der „Wunschliste“, denn je älter ich werde, umso mehr rennt mir die Zeit davon und umso weniger bringe ich rein.
Interessiert es euch, was im Moment auf meinen Webstühlen ist? Auf dem Hollandia webe ich immer noch Sitzmatten. Ich bin froh, wenn noch einige Körbe mit Schussmaterial leer werden, damit es etwas Platz gibt – und das Lager hat sich vor Weihnachten auch gelichtet.
Auf einem Spring ist eine Frühlings - Handtuchkette und auf dem anderen webe ich bestellte Servietten. 
Morgen werde ich eine ganz dunkle Handtuchkette aufbäumen auf meinem Megado, um darauf die beiden Handtücher für die Damastausstellung in Waalre (Holland) nächsten Frühling zu weben. Schon lange begleitet mich dieses Projekt und ich freue mich darauf, es nun in Angriff zu nehmen. Die Anspannung ist sehr gross. Ob es so wird, wie ich es mir vorstelle? 
Ihr seht – es wird mir noch nicht langweilig.

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